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Was haben Architektur, Salsa, und Programmieren gemeinsam?

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Was haben Architektur, Salsa und Programmieren miteinander gemein? Auf den ersten Blick – für die meisten Menschen – nicht viel. Aus meiner Sicht gibt es allerdings sehr viele Gemeinsamkeiten!

Die Lehre der Bausteine

Bei der Architektur geht es darum, aus verschiedenen Materialien in einem kohärenten Stil ein nützliches und formschönes Gebäude zu schaffen. Die Materialien sind dabei physische Bausteine, während der Stil, sei es Gotik, Jugendstil oder Barock, ein konzeptioneller Baustein ist.

Beim Salsa geht es darum, im Takt der Musik verschiedene Figuren aneinander zu reihen. Die physischen Bausteine sind die einzelnen Schritte und Figuren, die konzeptionellen Bausteine sind die verschiedenen Stile des Salsa, oder Konzepte wie Führen/Geführt-werden.

Beim Programmieren reiht man Textzeilen aneinander, die zusammengenommen eine Software ergeben. Auch hier gibt es Bausteine unterschiedlicher Natur: Methoden, Variablen, Schleifen und dergleichen mehr. Es gibt konkrete Bausteine (ein for-Loop zum Beispiel) und übergeordnete, konzeptionelle Bausteine wie Encapsulation, Immutability oder auch das DRY/WET-Prinzip

Fakt ist: Jede Disziplin, ganz gleich welche es ist, besteht aus verschiedenen Bausteinen. Die kleinsten, nicht mehr weiter teilbaren Bausteine, sind wie Atome. Diese werden zu größeren Molekülen zusammengeführt. Mehrere Moleküle ergeben komplexere Bausteine und nach einigen Ebenen erreicht man die Komplexität eines Organismus oder Systems.

Bausteine existieren in verschiedenen Auflösungen. Je nachdem, wie die kleinen Atome miteinander verbunden werden, entstehen daraus ganz unterschiedliche Moleküle.

Ad fontes: Meisterschaft beginnt im Kleinen

Um etwas aus diesen Bausteinen zu erschaffen, muss man bei den kleinsten anfangen. Das gilt insbesondere, wenn man eine neue Disziplin erlernen möchte. Dabei gilt: Es gibt keine Abkürzungen, und an den Grundlagen – den Atomen – führt kein Weg vorbei. Als Meister ist man dann in der Lage, Bausteine zu bisher nie da gewesenen Kompositionen zu kombinieren, oder sogar, eigene Bausteine zu erschaffen.

Anders gesagt: Der Weg zu Meisterschaft in jeder Disziplin führt über die Anfänge! Bevor man Sinfonien entwickelt, muss man die Tonleitern kennen. Und davor muss man die einzelnen Noten beherrschen. Bevor man den nächsten Google-Algorithmus schreibt, muss man die verschiedenen Sortier-Algorithmen und Schleifen-Arten kennen (und davor muss man wissen, wie lineare Algebra funktioniert)

Um eine neue Disziplin zu erlernen, muss man wissen, welche Bausteine es gibt. Dann gilt es, diese nach und nach verstehen und beherrschen zu lernen. Es gilt, Muster zu erkennen, ein Auge zu entwickeln, was die Bausteine ausmacht. Aus dieser Perspektive betrachtet sind alle Disziplinen recht ähnlich: Sie sind eine Sammlung von verschiedenen Bausteinen.

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